Lernen mit 360-Grad-Video
Januar 30, 2018 — 11:00

Vortrag am 30.01.2018 auf der LEARNTEC in Karlsruhe

Abstract: Film und Video haben im Kontext des Lehrens und Lernens eine lange Tradition. Auf Film lassen sich Handlungsabläufe für eine nachfolgende (Selbst-)Reflexion festhalten oder als Anschauungsobjekt für andere konservieren. Über die Manipulation von zeitlichen Verläufen lassen sich neue Informationen erschließen während sich über die Auswahl und Kombination von Bildausschnitten, Perspektiven und Einstellungsgrößen die Aufmerksamkeit von Rezipienten lenken lässt.

Bisher haben technologische Innovationen in diesem Bereich vor allem zu Verbesserungen der Darstellungsqualität, einer zunehmenden Usability und Ausweitung von Einsatzfeldern geführt und über eine steigende Zugänglichkeit in Bezug auf Preis und Nutzungsvoraussetzungen auf eine Demokratisierung der Produktionsmittel eingezahlt. Die Möglichkeit der Abbildung eines komplexen Handlungsraums in alle Richtungen innerhalb eines geschlossenen Mediums als 360°-Video stellt heute nun eine substantielle Neuerung dar. Insbesondere in Kombination mit spezifischen Endgeräten für die Rezeption („Head-Mounted-Displays“ oder kurz „VR-Brillen“) lassen sich mit 360°-Videos hoch immersive Erlebnisse generieren, weil einerseits die Außenwelt weitgehend abgeschottet und andererseits die Bildsteuerung über die Kopf- und Körperbewegungen nativ erfolgt. Die den Nutzern überlassene Auswahl des jeweiligen Bildausschnitts beinhaltet ein hohes Adaptionspotential, indem Novizen und Experten ihrem jeweiligen Kenntnis- und Fertigkeitsstand folgend unterschiedliche Aspekte eines Geschehens im wahrsten Sinne des Wortes in den Blick nehmen können. Damit ist im Vergleich zu traditionellen Videoformaten auch eine stärkere Situierung eines Lern- und Übungsprozesses impliziert. Gleichzeitig fällt der unmittelbare Einfluss des Video-Produzenten auf den Fokus der Wahrnehmung der Rezipienten weg.

Am Beispiel eigener Projekte werden in dem hier zur Rede stehenden Beitrag ausgehend von praktischen Einblicken in Produktions- und Anwendungsprozesse die Potentiale ebenso wie die Grenzen der Nutzung von 360°-Video in Lehr- und Lernkontexten beleuchtet.

 

Warum 360-Grad-Videos Ihre Lehre revolutionieren werden (oder auch nicht)
November 23, 2017 — 16:00

Vortrag auf dem Kongress „Campus Innovation“ am 23. November 2017 in Hamburg, gemeinsam mit meinem Kollegen Philipp Riehm.

Abstract: Die Nutzung von Videos zu Lern- und Trainingszwecken ist in Schule, Hochschule, Beruf und Freizeit längst etabliert. Mit Videos lassen sich komplexe Sachverhalte visualisieren. Videos dienen als Unterstützung von (Selbst-)Reflexionsprozessen und als Anlass für einen Austausch mit anderen (vgl. Reusser, 2005). Mit Videos lassen sich Lerninhalte und ganze Lehreinheiten Zeit- und Raum übergreifend transportieren. In der komplexen Abbildung eines Lernraums leisten Videos dabei auch eine Vermittlung des Anwendungskontextes und damit eine Situierung des Lernens (vgl. Gerstenmaier & Mandel, 2001). 360-Grad-Videos bieten ob der Möglichkeit der individuellen Wahl des Blickwinkels bzw. Des Bildausschnitts eine individuelle Erschließung eines Lernraums und damit potentiell eine im Vergleich zu klassischen Videoformaten gesteigerte Situierung. Insbesondere durch immersive Projektstechnologien (Head-Mounted-Displays bzw. VR-Brillen) lässt sich dabei ein Präsenz-Erleben vermitteln, so als wäre die Nutzerin oder der Nutzer beinahe „wirklich“ in der Situation (vgl .z.B. Rupp et al., 2016, S. 2108). Im Rahmen unseres Beitrages stellen wir ausgewählte Projekte vor, referieren bisherige Erkenntnisse und Erfahrungen und implementieren dabei auch eine praktische Auseineinadersetzung mit 360-Grad-Videos über bereit gestellte VR-Brillen (Samsung VR-Gear).

Quellen:

  • Gerstenmaier, J. & Mandl, H. (2001). Methodologie und Empirie zum Situierten Lernen. (Forschungsbericht Nr. 137). München: Ludwig-Maximilians-Universität, Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie. http://bit.ly/2yhjhTo [08.11.2017]
  • Reusser, K. (2005). Situiertes Lernen mit Unterrichtsvideos. Journal für Lehrerinnen- und Lehrerbildung 2, 8-18.
  • Rupp, M.A., Kozachuk, J., Michaelis, J.R., Odette, K.L., Smither, J.A. & McConnel, D.S. (2016), The effects of immersiveness and future VR expectations on subjective-experiences during an educational 360° video. Proceedings of the Human Factors and Ergonomic Society 2016 Annual Meeting. http://bit.ly/2AsWRjJ [08.11.2017]



360-Grad-Video und VR im Sport
November 4, 2017 — 18:00

Vortrag und Workshop im Rahmen von Hamburgs „Nacht des Wissens“ am 04. November 2017

 

Bilder in Bewegung…
September 13, 2017 — 11:15

… – zur Wechselwirkung zwischen Sport und Medientechnologie.

Keynote auf der Tagung „Alles in Bewegung! – Sport, Business und Medien“ am 13. September 2017 in Frankfurt von Grimme Akademie und Hessischem Gesprächsforum Medien.

 

Wieviel Knoten macht dein Handy? …
September 7, 2017 — 15:30

Vortrag im Rahmen der SmartSport-Konferenz am 07. September 2017 in Chemnitz

Abstract: Mit der Nutzung von 360-Grad-Video sind verschiedene Erwartungen verbunden, die einen Einsatz auch und gerade in sportlichen Lern- und Optimierungsprozessen als gewinnbringend erwarten lassen: In komplexen und situativen Kontexten lassen sich über die vollumfängliche Abbildung des Raums alle äußeren visuellen Variablen eines Sportgeschehens erfassen und nachfolgend für eine Reflexion insbesondere von Kausalitäten und Interdependenzen nutzen. Dabei bleibt im wahrsten Sinne des Wortes Raum für individuelle Zugänge und bspw. aus unterschiedlichen Kompetenzen resultierenden Blickwinkeln. Eine hoch immersive Medienrezeption insbesondere durch die Verwendung von VR-Brillen, welche die Außenwelt weitgehend abschirmen, befördert über ein besonderes Präsenzerleben ein „Hineindenken“ in eine sportliche Handlung, sei es zum Zwecke der Selbstreflexion oder der Vermittlung einer grundlegenden Bewegungsvorstellung.
In verschiedenen Studien in unterschiedlichen Sportarten haben wir die Nutzungsmöglichkeiten von 360-Grad-Video erkundet und nach Erfolgsvariablen gesucht. Im hier zur Rede stehenden Beitrag berichte ich vor allem über unsere jüngsten Erfahrungen aus einem Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Segler Verband, das Erkenntnisse lieferte in Bezug auf Chancen ebenso wie Begrenzungen im Spannungsfeld von Trainingsinhalten, Kamerapositionierungen und dem Einfluss von Endgeräten.