360-Grad, VR und Social Video Learning
November 18, 2016 — 13:00

Vortrag unter dem Titel „360-Grad, VR und Social Video Learning – mehr als nur eine Frage der Perspektive“ am 18. November 2016 auf der „Campus Innovation Hamburg“.

Abstract: Neue Technologien eröffnen immer auch neue didaktische Optionen im Kontext von Lehr-Lern-Prozessen. Die bis dahin ungeahnten und beinahe grenzenlos erscheinenden Möglichkeiten digitaler Medien verführten in den 90er Jahres des letzten Jahrhunderts dazu, das technologie-gestützte Lernen unter einer eigenen Begrifflichkeit (eLearning) in Abgrenzung zu klassischen Lernformaten zusammenzufassen (vgl. z.B. Meyen et al., 2002) und spitzten sich in der Frage zu, ob das Lernen neu erfunden werden müsse (Thissen, 1997). Dabei war die Nutzung digitaler Medien in Aus- und Fortbildungskontexten zunächst lange Zeit durch eine institutionelle Technologie-Hoheit geprägt: Hard- und Software waren teuer und Online-Zugänge kapazitär begrenzt. Insbesondere die immer leistungsfähigeren mobilen Endgeräte in Kombination mit einer in Volumen und Zugriffszeit akzeptablen Onlinekonnektivität haben inzwischen zu einer Durchdringung nahezu aller Gesellschaftsbereiche mit digitaler Technologie geführt und damit auch die Bedingungen für die Nutzung in Lehr-Lern-Kontexten verändert: Unter dem Claim „Bring your own device“ (Heinen, Kerres & Schiefner-Rohs, 2013) wird die Integration von „Alltangstechnologie“ in einer Allianz aus wirtschaftlichen wie medienpädagogischen Interessen gefordert. Das eigene digitale Endgerät in Schülerinnen- und Schülerhand ist längst zum Treiber einer Mediennutzung in Schule, Hochschule, Beruf und Freizeit geworden ist.

Das lässt sich kaum eindrucksvoller belegen als mit aktuellen Entwicklungen im Video- und Visualisierungsbereich: Einstige Hochtechnologie findet auf Konsumentenseite in Form einfach zu nutzender Apps eine weite Verbreitung in unterschiedlichsten Zusammenhängen und mit variierenden Zielsetzungen. Das Smartphones wird in Kombination mit einer einfachen Pappbrille zu einer Visualisierungsinstanz (z.B. Google Cardboard) für die gleichzeitig mit neuen Endgeräten die „Demokratisierung der Produktionsmittel“ (Anderson, 2007) weiter voranschreitet. Parallel öffnen sich die großen Social-Media-Plattformen, wie bspw. YouTube oder Facebook, dieser Technologie und befeuern ihrerseits Verbreitung und Nutzung.

Die Beschäftigung mit innovativen Technologien im Bildungskontext impliziert die Gefahr, sich (zu weit) vom Anwendungsfall zu entfernen, indem über die Erkundung des technologisch Möglichen das didaktische Szenario (vgl. Kerres, Ojstersek & Stratmann, 2009), auf welches die Mediennutzung einzahlen soll, in den Hintergrund gerät. Aus diesem Grund haben wir die Nutzung von 360-Grad-Videotechnologie in Kombination mit VR-Brillen in Kooperation mit der Ghostthinker GmbH zum einen an konkreten Beispielen in der Sportpraxis erprobt und zum anderen die Nutzungserfahrungen hinsichtlich einer Integration in das Konzept des Social-Video-Learnings (vgl. Vohle & Reinmann, 2014) weitergedacht.

In dem hier zur Rede stehenden Beitrag werden daher zunächst die verschiedenen Technologien vorgestellt, bevor Potentiale und Nutzungserfahrungen beschrieben und schließlich in einem Ausblick diskutiert wird, ob und unter welchen Voraussetzungen und Settings 360-Grad-Video und VR-Brillen mehr als nur neue Perspektiven erschließen; insbesondere dann, wenn die Individualisierung der Medienrezeption im Sine eines Social-Video-Learnings (ebenda) mit Kommunikation und Kollaboration verknüpft werden soll.




Innovative Videoformate im Sport…
Juli 12, 2016 — 12:39

Ghostthinker-Webinar am 07. Juli 2016.

Video ist das reichhaltigste Medium unserer Zeit. Seit geraumer Zeit drängen neue Videoformate und -technologie wie Videos aus Drohnenperspektive, 360° Videos oder Virtual Reality auf den Markt. Sie ermöglichen nicht nur eine neue Form des Zuschauens, sondern sollen vor allem das individuelle Erleben intensivieren. Bieten diese Formate und Technologien, so wie propagiert, tatsächlich ein großes Potential im Rahmen von Lehre und Training im Sport oder ist das weitgehend Marketing-Humbug? In unserem Webiar begrüßen wir Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger von der Macromedia Hochschule Hamburg. Er leitet derzeit ein Projektseminar zu genau dieser Fragestellung an der Macromedia. Gemeinsam mir Ihm wollen wir herausarbeiten welche der neuen Formate sich tatsächlich für den Bereich Bildung eignen und welche, zumindest derzeit eher weniger.“ (Ghostthinker, 2016)

Foliensatz:

Whitepaper:

Video-Drohnen in der Eventkommunikation
Juni 18, 2015 — 13:16

Vortrag im Rahmen des 15. Hamburger Kongresses für Sport, Ökonomie und Medien am 18. Juni 2015

Abstract: Medien und Sport stehen in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis. Während Medien helfen Sport und Sportereignisse zu inszenieren sowie diese raum- und zeitunabhängig zu kommunizieren, erfüllt der Sport seinerseits alle Voraussetzungen, um als Treiber der technologischen und technischen Entwicklung zu wirken. Mit dem Einsatz von Radio-, Fernseh- und Onlineübertragungen werden Reichweiten verlängert. Die Kombination verschiedener Kameras und Kameraperspektiven verdichtet ein Sportereignis zu einem neuen, dem verwendeten Medienformat adäquaten Erlebnis, während die Erfassung und in die medienvermittelte Kommunikation integrierte Visualisierung von Bewegungsdaten, wie Kraft-Zeit-Verläufen, Raumwegen oder Aktionsstatistiken, diese Entwicklung flankiert.
Vor diesem Hintergrund erscheint die Nutzung von Video-Drohnen im Kontext der Sportkommunikation zunächst kaum mehr als eine weitere gestalterische Option zu sein. Tatsächlich aber wirkt der Sport hier nicht nur, wie oben beschrieben, als ein Motor der technologischen (Weiter-)Entwicklung und Wegbereiter für die Erschließung eines Massenmarktes. Bei kaum einer anderen Technologie sind die Implikationen für Sport, Sportveranstaltungen und Sportkommunikation so weitreichend und vielschichtig, wie bei Video-Drohnen. Diese erschließen mit dem durch flexible Raumwege gekennzeichneten Blick von oben neue Perspektiven für die Sportkommunikation wie für das sportliche Training, gleichzeitig ergeben sich physische Gefahren für Aktive und Zuschauer. Video-Drohnen tangieren die Chancengleichheit, wenn ein Guiding oder Pacemaking nicht ausgeschlossen werden kann, und Video-Drohnen potenzieren das Risiko äußerer Einmischung in Form von Spionage, Agitation oder Ambush-Marketing.
Fokussiert auf den Bereich der Social Media Kommunikation werden im hier zur Rede stehenden Vortrag an ausgewählten Beispielen die Perspektiven des Einsatzes von Video-Drohnen im Kontext von Sport- und Sportevents diskutiert.